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THEMA: Cervicale Spinalkanalstenose

Problematik der HWS Teil 2
Patienteninformation


Die cervicale Spinalkanalstenose Teil 2

Anatomische Einteilung
Unter rein anatomischen Gesichtspunkten teilt man die zervikalen Spinalkanalstenosen in drei Gruppen ein. Die zentral kongenitale Stenose ist durch eine meist gleichförmige Verteilung über alle Segmente durch verkürzte und verdickte Pedikel (Bogenwurzel) und Laminae (Wirbelbogen) gekennzeichnet. Die zentral erworbene zeigt eine meist segmentale Verteilung in der HWS und führt typischerweise zur medialen Myelonkompression mit den klinischen Zeichen einer medullären Symptomatik (s.u.). Die lateral erworbene Stenose ist bedingt durch eine Spondylarthrose, Unkovertebralarthrose, dorsolaterale Spondylose, laterale BSV, postoperative Narben oder Tumoren und äußert sich dann mit den Symptomen einer Nervenwurzelkompression.

Radiologische Diagnostik
Die Basisuntersuchungen sind das Röntgen der HWS (a.p.) / seitlich / schräg zur ersten Einschätzung von degenerativen Veränderungen, Fehlstellungen oder anderen pathologischen Geschehen mittels der Computertomographie (CT) oder in Kombination mit der Myelographie als Myelo-CT können in den axialen Schichten die Weite des Spinalkanals direkt ausgemessen und die Gründe für eine Stenose erkannt werden. Ebenso ist das durch die Kernspintomographie (MRT) möglich, die durch die zusätzliche sagittale Schichtführung die beste Methode zur direkten Beurteilung des Myelons (z.B. Myelopathie, s.u.) darstellt. Als ergänzende Untersuchung wird die Myelographie empfohlen, die bei einer mehrsegmentalen Stenose und zum Nachweis oder Ausschluss einer Instabilität als Funktionsuntersuchung indiziert ist.

Folgen der spondylogenen zervikalen Spinalkanalstenose
Die o.g. degenerativen Veränderungen üben einen mechanischen Druck auf das Myelon aus. Das führt einerseits direkt zu einer neurologischen Schädigung. Andererseits kommt es durch ischämische Veränderungen zu einer spinalen Dysfunktion, was klinisch als zervikale Myelopathie imponiert (s.u.).

Erwähnenswert hierbei ist bei einer vorbestehenden Stenose das hohe Risiko, bei Bagatelltraumen der HWS eine akute Myelonschädigung bis hin zur Querschnittssymptomatik zu entwickeln, auch wenn vorher die Patienten vollkommen asymptomatisch gewesen sind.

Zervikale Myelopathie
Ab einer Reduktion des Myelondurchmessers um mehr als 30 % sind Symptome einer zervikalen Myelopathie zu erwarten (Penning et al. 1986).

Vorkommen
Die zervikale Myelopathie stellt die häufigste Dysfunktion des Rückenmarks bei Patienten über 50 Jahre dar. Das Geschlechtsverhältnis beträgt männlich : weiblich 2,4:1. Eine reine Myelopathie findet sich bei 60 % der Patienten, eine Myelopathie mit radikulären Symptomen bei 40 % der Patienten. Die Erkrankung wird oft nicht erkannt und führt zu häufigen Fehldiagnosen und -behandlungen.

Symptome
Eine zervikale Myelopathie kann sich klinisch sehr unterschiedlich äußern. Es können diffuse und uncharakteristische Schmerzen oder Missempfindungen an den Armen und/oder Beinen ebenso wie Nacken- (Zervikalgien) oder Armschmerzen (Brachialgien) vorhanden sein. Die Patienten geben oft eine langsam zunehmende Schwäche in den Armen und/oder Beinen an, die meist seitenbetont ist. Relativ typisch ist eine Gangunsicherheit mit spastischem Gangbild, es können außerdem Miktionsstörungen hinzukommen.

Klinische Untersuchung
Bei der Untersuchung können bei einer klinisch apparenten zervikalen Myelopathie distal betonte Paresen bis hin zur Para- oder Tetraparese/-plegie mit Sensibilitätsstörungen festgestellt werden. Unterhalb der Läsion zeigt sich oft eine Reflexsteigerung. Eine Gangataxie (spastisch, breitbasig, stolpernd) kann ebenfalls auf die Erkrankung hinweisen. Eher selten findet man positive Pyramidenbahn-Zeichen (Babinski) oder ein positives Lhermitte-Zeichen, wobei ein elektrisierendes Gefühl entlang der Wirbelsäule oder Extremitäten bei Flexion der HWS ausgelöst wird.

Differentialdiagnosen
Eine zervikale Myelopathie läßt sich anhand der klinischen Befunde nicht immer eindeutig nachweisen, da die Symptome diffus sein können und sich auch andere Erkrankungen in ähnlicher Weise bemerkbar machen können. Deshalb müssen als Differentialdiagnosen Infektionen des Rückenmarks (z.B. Lues, HIV), Erkrankungen des Nervensystems (multiple Sklerose, amyotrophische Lateralsklerose, funikuläre Myelose =Vitamin B12-Mangel), Rückenmarkstumoren, eine Syringomyelie, degenerative Nervenerkrankungen, BSV und auch zerebrale Ursachen (Hydrozephalus) berücksichtigt werden.

Fortsetzung im Teil 3 nächsten Monat.

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