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THEMA: Cervicale Spinalkanalstenose

Problematik der HWS
Patienteninformation


Die cervicale Spinalkanalstenose Teil 1

Definition
Der Begriff der zervikalen Spinalkanalstenose beschreibt eine Einengung des Wirbelkanals im Bereich der Halswirbelsäule (HWS). Es kommt somit zu einer Diskrepanz zwischen der Größe des Rückenmarks (Myelon) und des Wirbelkanals, der relativ zu klein wird. Die Folgen sind eine Kompression auf das Rückenmark und/oder die Nervenwurzeln.

Anhand radiologischer Kriterien spricht man von einer relativen Stenose bei einer Einengung des sagittalen Durchmessers der HWS auf 10-12 (13/14) mm, von einer absoluten Stenose bei unter 10 mm.

Geschichte
Im 19. Jhdt. wurde erstmals eine Beziehung zwischen degenerativen Veränderungen des Spinalkanals und neurologischen Störungen beobachtet. 1928 findet man erstmals eine Beschreibung von einer Myelonkompression (i.S. einer Myelopathie) und radikulären Symptomen durch einen Bandscheibenvorfall (BSV) und Spondylophyten (Stookey). 1952 wurde erstmals der Begriff der spondylogenen zervikalen Myelopathie definiert (Brain et al.).

Normale Anatomie
Der Wirbelkanal der HWS ist physiologischerweise am weitesten bei C1. Dort nimmt das Myelon die Hälfte des Spinalkanals ein. Ab C5 nach distal ist der Wirbelkanal physiologisch am engsten, wobei das Myelon dann 75 % des Spinalkanals ausfüllt. Intraspinale Raumforderungen können sich daher unterhalb des 4. Halswirbels eher raumfordernd auswirken als weiter kranial (Abb. 1).

Vorkommen
Eine zervikale Spinalkanalstenose findet man bei 25-50 % aller 50-jährigen Menschen und bei 75-85 % aller 65-jährigen Menschen. Das Geschlechtsverhältnis beträgt männlich : weiblich 3:2. 25 % der Patienten mit Symptomen eines engen Zervikalkanals zeigen im Verlauf Zeichen eines engen Lumbalkanals.

Ursachen
Zahlreiche Ursachen können eine Einengung des Wirbelkanals bedingen. Entweder sind sie angeboren (kongenital), führen also anlagebedingt zu einer Stenose (z.B. Dysplasien, Fehlbildungen, Subluxationen, Spina bifida, Meningozelen). Häufiger sind jedoch erworbene Veränderungen der HWS. Diese können traumatisch, durch Instabilitäten, durch entzündliche oder neoplastische Prozesse oder durch postoperative Veränderungen (z.B. Narben) entstehen. Die mit Abstand größte klinische Bedeutung als Ursache für eine Spinalkanalstenose der HWS haben jedoch degenerative Erkrankungen, also physiologisch ablaufende Abnutzungserscheinungen.

Degenerative Veränderungen
Degenerative Veränderungen können sich an unterschiedlichen Stellen des Wirbelkanals abspielen und somit zu einer Einengung und Irritation des Rückenmarkes und/oder der Nervenwurzeln führen. Bilden sich knöcherne Randzacken vom Hinterrand der Wirbelkörper aus, führt das zu einer Retrospondylose, die sich meist medial abspielt. Man spricht dann von einer spondylogenen zervikalen Spinalkanalstenose. Bei einem degenerativ bedingten Knochenanbau, ausgehend von den Prozessus uncinati, kommt es zu einer Unkarthrose mit einer eher lateral einengenden Raumforderung. Die Arthrose der Wirbelgelenke im Sinne einer Spondylarthrose bedingt ebenso eine laterale Einengung des Wirbelkanals und auch der Neuroforamina. Ferner können alle Formen der Bandscheibenvorfälle oder -protrusionen zu einer Stenose führen. Eine häufiger in der asiatischen Bevölkerung vorkommende Erscheinung ist eine Verkalkung bzw. Verknöcherung des hinteren Längsbandes, was als OPLL (ossification of the posterior longitudinal ligament) bezeichnet wird. Während die eben genannten Veränderungen den Spinalkanal von ventral oder lateral einengen und damit das Myelon von vorn oder seitlich komprimieren, gibt es auch seltener Ursachen für eine dorsale Raumforderung. Diese ist dann durch eine Hypertrophie des Ligamentum flavum, also eine Verdickung des Zwischenwirbelbogenbandes, oder durch eine Verkalkung bzw. Verknöcherung desselben bedingt. Der Ort der Pathologie hat Einfluss auf das operative Vorgehen (s.u.).

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