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THEMA: Polyneuropathie - Vortrag v. 12.7.2009
Patienteninformation


Die Polyneuropathie

Neurologische Erkrankung mit systematischem Befall des peripheren Nervensystems

Michael Geick -Ltd. Physiotherapeut – therapiepraxen.de GbR,

Hoffmannstrasse 8a, 32105 Bad Salzuflen // www.therapiepraxen.de

Mögliche Formen

  • Toxische Polyneuropathien

  • exogen(von außen eingebracht)

  • Bleipolyneuropathie ( Batterien, Farben)

  • Arsenvergiftung (Farben, Suicid)

  • Thalliumvergiftung (Rattengift)

  • Medikamente(

  • Drogen und Schnüffelstoffe

  • endogen(der Körper schädigt sich selber)

  • Diabetische Polyneuropathie

  • Urämie bei Dialysepatienten

  • Dystrophische Polyneuropathien

  • Alkoholintoxikation

  • Vitamin B -Mangel oder Aufnahmestörung

  • Polyneuropathien nach Infekten

  • Diphterie

  • Borreliose

  • Fleckfieber

  • Scharlach, Masern

  • Lues

  • Allergische Polyneuropathien

  • Serogenetische Polyneuropathie (Unverträglichkeiten gegen Impfungen)

  • Allgemeine Reaktionen auf Nahrungsmittel

  • Ischämische Neuropathie

  • CO- Vergiftungen

  • Idiopathische Neuropathien

  • Polyneuritis/ Polyradiculitis

Symptomatik

  • Motorisch (d.h. Im Bewegungsapparat)

  • Symmetrische, distal betonte schlaffe Lähmungen,aber auch Monoparesen !!

  • Reflexabschwächung oder Verlust (Hypo-oder Areflexie)

  • Sensorisch ( Gefühl und Wahrnehmung)

  • Taubheitsgefühl bis Gefühllosigkeit (Hypaesthesie/Anaesthesie)

  • Mißempfindungen (Paraesthesien)

  • Schmerzen (ziehende Schmerzen in der Muskulatur)

  • Störung des Lageempfindens (Ataxie)

  • Vegetativ

  • Durchblutungsstörungen, besonders an Füßen und Händen

  • Evtl. Blasen und Darmstörungen


Verlaufsformen

  • Viele Polyneuropathien verlaufen mit der Grunderkrankung

  • Oft ein langsamen, schleichender Verlauf über viele Jahre oder Jahrzehnte

  • Führen unbehandelt oft zur Invalidität

  • Manchmal dramatische Verläufe durch auftretende Komplikationen.

Komplikationen im Verlauf

  • Dekubitusgefahr

  • durch Gefühlsverlust und Durchblutungsstörungen

  • Throbosegefahr

  • durch Wegfall der Muskelpumpe

  • Pneumoniegefahr

  • Durch Immobilität und evtl. Mitbefall der Atem- und Atemhilfsmuskulatur

  • Kontrakturgefahr

  • durch Lähmungen, Schmerzen

  • Harnwegsinfekte

  • durch schlechte Blasenentleerung,fehlende Bauchpresse,hoher Restharnspiegel

Behandlungsplanung

  • Gibt es eine standardisierte physiotherapeutische Behandlung der Polyneuropathien?

  • Eine klare Antwort : Nein !

  • Die mögliche Behandlung richtet sich ausschließlich nach dem Befund und den Angaben des Patienten zum Beschwerdebild

  • d.h. Die Behandlung erfolgt „symptomatisch“

Der physiotherapeutische Befund

  • Zustand der Haut

  • Farbe - Ernährung – Temperatur – Spannung – Marmorierung – Verschieblichkeit -

  • Narben – Schwellungen/Ödeme – Sekretion – Hautanhangsorgane

  • Zustand der Muskulatur

  • Spannung der Muskulatur (Tonus) durch passives Bewegen

  • Muskelrelief

  • Kraft

  • Dehnfähigkeit

  • Zustand der Knochen und Gelenke

  • Bewegungsausschläge (Neutral- O-Methode)

  • Endgefühl – Bewegungsgeräusche – Fehlstellungen- -Gelenkschwellungen

  • Funktionelle Befunde

  • Transfers (Bewegungswechsel)

  • Drehen von RL /BL in die SL

  • Seitwärtsbewegung im Bett re/li

  • Hochkommen zum Sitz an der Bett/Bankkante

  • Freier Sitz, mit welcher Hilfe

  • Aufstehen und Hinsetzen

  • Freier Stand

  • Bückfähigkeit

  • ADL (Activities of daily life)

  • Gangtest

  • Schrittlänge – Schrittgeschwindigkeit – Rotationen – Spurbreite – Hinkmechanismen

  • Wegstrecke

  • Schiefe Ebene - Treppengehen – verschiedene Untergründe

  • Umgang mit Hindernissen (umgehen, übersteigen, untergehen)

  • Hilfsmittelversorgung

  • Orthopädische Schuhe // Addimed

  • Gehstützen – Handstock – Rollator – Vierpunkt-Stock - Deltarad

  • Rollstuhlversorgung

  • Orthesen

  • Atembefund

  • Wichtig besonders bei Mitbefall des Zwerchfells und der Atemhilfsmuskulatur

  • Wichtig besonders bei bettlägerigen Patienten.

  • Spezielle neurologische Testungen

  • Schmerzbefund

  • Wo – Wie – Wann -

  • Hautsensibilität und Temperaturempfinden(Oberflächensensibilität)

  • Spitz -stumpf // warm – kalt // Stereognosie // 2-Punkt-Diskrimination

  • Trennung von Sukzessivreizen // sensibler Funktionswandel

  • Lageempfinden ( Tiefensensibilität)

  • Finger-Nase-V //Knie-Hacke-V//Rebound//Barany//Romberg-V ...etc

  • Was wir behandeln als Physiotherapeuten

  • Frühphase (Patient ist Bettlägerig)

  • Thromboseschutz durch

  • Thrombosestrümpfe (bis zur Leiste)

  • Beine wickeln

  • Hochlagerung und manuelles Ausstreichen der Extremitäten

  • Passives Bewegen als Muskelpumpe

  • Aktive, kreislauffördernde Übungen

  • Medikamente (ASS, Heparin usw.)

  • Dekubitusschutz durch

  • Dekubitusmatratzen – Luftpolsterbetten

  • Regelmäßiges Umlagern

  • Unterlagerung gefährdeter Bereiche durch Felle, Ringe, Schaumstoffe

  • Kontrakturschutz durch

  • passives/assistiertes/aktives Bewegen n. Möglichkeit des Patienten

  • Milde Wärme und Weichteiltechniken zur Schmerzreduktion

  • Manuelle Therapie zur spezifischen Gelenkmobilisation

  • Regelmäßiges Umlagern (2-Stunden-Takt)

  • Patientenübungsaufgaben

  • Pneumonieschutz durch

  • Hänge- und Packegriffe als Atemreiz

  • Dehnlagerungen wie Drehdehnlage und Mond-Sichel-Lage

  • Intercostalausstreichungen // Mobilisation der Rippengelenke

  • Klassische Massage mit heisser Rolle zur Entspannung der Atemhilfsmuskulatur

  • Atemrichtungslenkung//Lippenbremse//Triflow,Mediflow

  • Sekretlösung durch Klopfen//Vibrationen//Inhalation mit

  • Aerosolen//Drainagelagerungen//Abhustetechniken//heisse Getränke//VRP1

  • Spätphase oder Remissionsphase(Rückbildung)

  • Schmerzlinderung

  • Erhaltung der Kraft der gesunden Extremitäten

  • Innervationsschulung und Kräftigung

  • Gleichtgewichtsverbesserung

  • Koordinationsschulung + Gehschule

  • Atemtherapie

  • ADL und Hilfsmittelversorgung

  • Schmerzlinderung

  • Sanfte Weichteiltechniken in Haut und Muskulatur

  • Feuchte Wärme (heisse Rolle)

  • Manuelle Therapie, oszillieren, alternierend

  • KinesioTaping

  • Evtl. osteopathische Techniken

  • Erhaltung/Verbesserung der Kraft und Innervation

  • PNF (Proprioceptive-neuromuskuläre Facilitation),Irradiation

  • Rhythmische Stabilisation

  • Medizinische Trainingstherapie an Geräten oder mit Theraband/Hanteln

  • Bobath-Therapie ( Rumpfarbeit- und Rotation, Stützaktivitäten)

  • E-Technik (Hanke-Konzept)

  • Arbeiten im Schlingentisch

  • Evtl. Bewegungsbad

  • Gleichgewichtstraining

  • Verkleinerung von Unterstützungsflächen

  • Labile Flächen, wie Weichbodenmatte, Schaukelbrett, Rolle, Pezziball, Kreisel

  • Posturomed

  • Bobath Therapie (Provokation von Gleichgewichtsreaktionen

  • Schulung von Positionswechseln

  • Koordinationsschulung/Gehschule

  • Transfers üben (Bewegungsübergänge

  • Übungen zur Feinkoordination (Lego-Duplo/Funktionswände/Ataxiebretter

  • Groß-Mikado

  • Gleichgewicht im Stehen // Schrittauslösung

  • Treppengehen/Stufen

  • ADL und Hilfsmittelversorgung

  • Hilfsmittelberatung

  • Üben mit verschiedenen Hilfsmittel auch Test

  • Hilfsmittelabbau

  • Kontakt zu Ärzten und Orthopädie-Technikern/Schustern und Beratung

  • Tipps und Tricks für den Alltag

  • Offene Fragen ??? Faqs

    • Welche Folgewirkungen ergeben sich durch eine regelmäßig stattfindende Therapie?

    • Kann ich wieder gesünder werden

    • Erhalte ich durch die Therapie eine höhere Lebensqualität

    • Kann ich Folgeschäden vermindern

    • Kann ich etwas, was ich vorher nicht konnte

    • Habe ich weniger Schmerzen

    • Falle ich weniger hin oder wird meine Gehstrecke größer

    • Die ehrliche Antwort: wahrscheinlich ja!

  • Macht ein Muskelaufbautraining bei jedem Betroffenen Sinn?

  • Muskelaufbau macht eigentlich immer Sinn, aber nicht so sehr, wenn es sich ausschließlich um eine sensorische Polyneuropathie handelt.

  • Kann man über die Fußreflexzonenmassage Organe, Nerven und Durchblutung beeinflussen?

  • Die sogenannten Fußreflexzonen haben eine direkte Nervenverbindung zu inneren Organen.Die Beeinflussung dieser Zonen bringt oft gute Erfolge in der Organstimulation, beim Polyneuropathiepatienten sollte es zumindest einmal versucht werden.

    • Welcher Therapeut ist überhaupt der richtige für mich?

    • Der behandelnde Therapeut sollte schon über eine mehrjährige Erfahrung in der Behandlung neurologischer Patienten, besonders auch der Neuropathien, haben.

    • Weiterhin ist eine Zusatzqualifikation der neurophysiologischen Behandlungsmethoden „Bobath, oder Vojta, bzw. PNF“ sinnvoll.

    • Zur sicheren Beherrschung von Mobilisation und Weichteiltechniken ist das Zertifikat „Manuelle Therapie“ erforderlich.

  • Ich danke für die Aufmerksamkeit, vielen Dank.

  • Michael Geick

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