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THEMA: Knieendoprothese Teil 1
Patienteninformation


Knieendoprothese, das künstliche Kniegelenk

Der Ersatz des Kniegelenkes durch ein künstliches Gelenk ist in Deutschland eine häufige Operation. Andere Gelenke, die durch künstliche Gelenke ersetzt werden können, sind z.B. das Hüftgelenk, das Schultergelenk, das Ellenbogengelenk, das Handgelenk oder die Fingergelenke.

Für den Ersatz des Kniegelenkes stehen verschiedene Prothesentypen zur Verfügung. Die Auswahl erfolgt nach den individuellen Bedürfnissen des Betroffenen. Die Lebensdauer der Prothesen wird mit 15 Jahren und länger angegeben, wobei sie in Einzelfällen aber auch kürzer ausfallen kann. Dann ist ein Wechsel der Knieprothese möglich. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Betroffenen werden gute bis sehr gute Langzeitergebnisse erzielt.

Unter einem künstlichen Kniegelenk versteht man den vollständigen oder teilweisen Ersatz des menschlichen Kniegelenkes durch eine Prothese.

Das Kniegelenk ist wesentlich komplizierter aufgebaut als z.B. das Hüftgelenk. Der Femur, also der Oberschenkelknochen, und die Tibia, also das Schienbein, "kommunizieren" im Kniegelenk miteinander. Da einerseits die Gelenkfläche des Oberschenkelknochens in Form der inneren und äußeren Knierollen, den Femurkondylen, gewölbt ist und andererseits die Gelenkfläche des Schienbeines, das Tibiaplateau, nur eine sehr geringfügige Vertiefung aufweist, sind für des reibungslose Zusammenspiel beider Strukturen, sowie den Ausgleich der unterschiedlich gestalteten Oberflächen zwischen beiden Gelenkflächen die beiden Menisci, der innere und äußere Meniskus, eingefügt. Um das Aneinanderpassen der beiden gelenkbildenden Knochen zusätzlich zu verbessern, sind sie mit Knorpel bedeckt. Für die Stabilität und Führung des Kniegelenkes sind außerdem noch die Kreuzbänder sowie die alle Strukturen umschließende Gelenkkapsel von Bedeutung. Die Patella, also die Kniescheibe, ist ein Knochen, der sich direkt in der Sehne des Streckmuskels des Oberschenkels befindet und sich bei der Beugung bzw. Streckung im Kniegelenk auf- oder abwärts bewegt. Das Kniegelenk stellt also eine Verbindung zwischen dem Ober- und Unterschenkelknochen dar, die sowohl die Beugung und Streckung des Beines als auch die Drehung des Unterschenkels nach innen und außen erlaubt.

Man kann das Kniegelenk anhand seiner Strukturen in 3 Gelenkabschnitte unterteilen, die bei Erkrankungen in unterschiedlichem Ausmaß betroffen sein können. Zwischen der inneren Knierolle des Oberschenkelknochens, dem inneren Meniskus und dem innen gelegenen Teil des Schienbeinkopfes befindet sich der innere Gelenkabschnitt. Zwischen der äußeren Knierolle des Oberschenkelknochens, dem äußeren Meniskus und dem außen gelegenen Teil des Schienbeinkopfes befindet sich der äußere Gelenkabschnitt, und zwischen der Rückfläche der Kniescheibe und dem Oberschenkelknochen der vordere Gelenkabschnitt. Diese Unterteilung des Kniegelenkes in einzelne Gelenkabschnitte ermöglicht es, den jeweils betroffenen Gelenkabschnitt bei der Versorgung mit einem künstlichen Gelenk zu berücksichtigen.

Ursachen
Ein künstliches Kniegelenk wird immer dann eingesetzt, wenn die Funktion des eigenen Kniegelenkes dauerhaft gestört ist oder der Betroffene durch zunehmende Schmerzen in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist. Dafür kommen verschiedene Ursachen in Betracht: eine Arthrose, Entzündungen, Fehlbildungen bzw. Deformierungen, Verletzungen oder Überlastungen.

Unter einer Arthrose versteht man eine sehr schmerzhafte, degenerative Gelenkveränderung infolge eines krankhaften Verschleißes des Gelenkknorpels sowie anderer Weichteilstrukturen des Kniegelenkes, wie z.B. des Meniskus oder der Kreuzbänder. Im Bereich des Kniegelenkes spricht man von einer Gonarthrose, abgeleitet von dem griechischen Begriff gony für Knie.

Eine Gonarthrose kann ohne ersichtliche Ursache auftreten und wird dann als primäre Gonarthrose bezeichnet. Sie kann aber auch als Folge von Unfällen oder Sportverletzungen auftreten und wird dann als sekundäre Arthrose bezeichnet. Entzündliche Veränderungen des Kniegelenkes z.B. bei rheumatischen Erkrankungen oder einer Verschleppung von Bakterien über den Blutweg, können ebenfalls zu einer bleibenden Zerstörung der Gelenkstrukturen führen. Angeborene und erworbene Fehlbildungen bzw. Deformierungen des Kniegelenkes, wie z.B. "O- oder X-Beine" führen über eine dauerhafte Fehlbelastung ebenfalls zu einer Abnahme der Beweglichkeit des Kniegelenkes sowie zu Schmerzen unter Belastung und später auch in Ruhe. Eine chronische Überlastung des Kniegelenkes bei Übergewicht kann ähnliche Folgen haben.

Häufigkeit
Das Kniegelenk ist nach dem Hüftgelenk das am zweit häufigsten künstlich ersetzte Gelenk. In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich ca. 150.000 bis 180.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Genaue Angaben zur Häufigkeit des Kniegelenksersatzes existieren leider nicht.

Symptome
Bei der Mehrzahl der Betroffenen treten anfangs nur unter Belastung Schmerzen auf. Dabei können die Schmerzen sowohl im Gelenk selbst auftreten als auch entlang des Beines in die benachbarten Gelenke ausstrahlen. Die Betroffenen versuchen durch eine Schonhaltung eine Schmerzlinderung zu erzielen. Die Folge davon sind Verspannungen der Muskulatur sowie eine Fehlstellung im Gelenk. Im weiteren Verlauf kann selbst unter Ruhebedingungen, z.B. nachts, keine Schmerzlinderung mehr erzielt werden. Viele Betroffene klagen außerdem über ein Unsicherheitsgefühl im Gelenk sowie über eine Beeinträchtigung der Funktion. Das Bein kann entweder nicht vollständig gebeugt oder gestreckt werden. Häufig ist zusätzlich eine Schwellung des Gelenkes zu beobachten.

Diagnose
Erste Hinweise auf das Vorliegen von Erkrankungen des Kniegelenkes ergeben sich anhand der Anamnese, also der Befragung des Patienten durch den Arzt bezüglich seiner Beschwerden, sowie durch die körperliche Untersuchung. Die krankhaften Veränderungen des Kniegelenks lassen sich auf Röntgen-Aufnahmen darstellen. Dabei sind die Knorpelschäden im Rahmen der Gonarthrose zwar selbst nicht sichtbar, die Reaktion des Knochen auf den defekten Knorpelüberzug, wie z.B. eine Verschmälerung des Gelenkspaltes, ist jedoch erkennbar. Schäden an den Bändern und Menisci sowie entzündliche Prozesse im Kniegelenk lassen sich mit der Magnetresonanztomographie (MRT) darstellen. In einigen Fällen ist zur genauen Beurteilung der Gelenkstrukturen eine Arthroskopie, also eine Gelenkspiegelung mit Hilfe eines Endoskops, erforderlich.

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