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THEMA: ADS-Aufmerksamkeitsstörungen Teil 1

Patienteninformation


Aufmerksamkeitsstörung (ADS, ADHS)

Zwischen 2-10% aller Kinder leiden an Aufmerksamkeitsstörungen. Jungen sind hierbei deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Die Begriffe ADS oder ADHS stehen für die Aufmerksamkeits-Defizit- (und Hyperaktivitäts)-Störung, mit denen besonders starke Aufmerksamkeitsstörungen beschrieben werden.

Nach neuesten Forschungsergebnissen vermutut man in erster Linie eine Funktionsstörung bei der Signalübermittlung im Gehirn.

Typische Merkmale sind Konzentrationsstörungen sowie Störungen der Informationsverarbeitung und Gedächtnisbildung, manchmal auch eine gesteigerte Reizbarkeit und motorische Hyperaktivität Die Diagnose wird anhand der Symptome, einer körperlichen Untersuchung durch den Kinderarzt und neuropsychologischen Tests gestellt.

Nach heutiger Auffassung ist ADHS das Resultat einer biochemischen Funktionsstörung im Bereich der Informationsverarbeitung zwischen einzelnen Hirnabschnitten. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Botenstoff (Neurotransmitter) Dopamin.

Ältere Bezeichnungen für das gleiche Krankheitsbild sind unter anderem "Frühkindliche leichte Hirnschädigung" oder "Hyperkinetisches Syndrom (HKS)". Die Störung bezieht sich keineswegs nur auf das Kindesalter. Das Erscheinungsbild ist sehr vielgestaltig; es reicht vom bekannten "Zappelphilipp" über brav-träumerische Mädchen, depressiv orientierungslose Jugendliche bis hin zum hochbrillanten zerstreuten Professoren.

Siehe hierzu auch das Buch von Heinrich Hoffmann , der "Struwwelpeter" Aber erst im Jahr 1987 erhielt sie ihre heute noch gültige medizinische Bezeichnung ADHS.

Häufigkeit

In Deutschland rechnet man mit ca. 160.000 Betroffenen. In allen Ländern, in denen bisher intensive Untersuchungen zur Häufigkeit des hyperkinetischen Syndroms durchgeführt wurden, fand man zwischen 2 und 14% verhaltensauffällige Kinder. Aber auch zahlreiche Erwachsene dürften, oft unerkannt, betroffen sein.

Auffällig ist, dass eineiige Zwillinge meist gemeinsam betroffen sind. Ursächlich im Vordergrund steht wahrscheinlich eine bis heute noch nicht genau bekannte genetische Veranlagung.

Man hat bei von ADHS Betroffenen allerdings auch bestimmte Veränderungen im Gehirn-Stoffwechsel feststellen können: Man nimmt an, dass bei ADHS die verantwortlichen Überträgerstoffe (Neurotransmitter), vor allem das Dopamin, im Bereich der Schaltstellen von Hirnzellen (Synapsen) nicht optimal wirken. Moderne Untersuchungsmethoden, wie z.B. die PET (Positronen-Emissions-Tomographie) des Gehirns haben gezeigt, dass diese Funktionsstörungen vor allem in denjenigen Gehirnabschnitten vorkommen, die für die Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmung, d.h. die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen und Sinneseindrücken verantwortlich sind (Stammganglien und Frontalhirn). Bei den PET-Untersuchungen hat sich gezeigt, dass diese Hirnareale weniger Sauerstoff und Glukose verbrauchen als die von gesunden Kindern.

Die früher verantwortlich gemachte perinatale Hirnschädigung - "Sauerstoffmangel" bei der Geburt - ist nur selten die Ursache. Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten können eventuell eine bestehende motorische Hyperaktivität verschlimmern, sind aber nicht die hauptsächliche Ursache.

Diskutiert werden auch eine soziale und gesellschaftliche Ursachen, wie eine Fehlausbildung der entsprechenden Hirnareale in den ersten Lebensmonaten nach der Geburt durch bestimmte Fehlverhalten von Eltern und Umgebung.

Symptome

Folgende altersunabhängige Merkmale sind immer vorhanden:

- Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung

- Störung der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung

- Störung des Gedächtnisses

Die folgenden Symptome können, müssen aber nicht, immer auftreten

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Motorische Hyperaktivität

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Dauernde, eventuell auch nur innere Rastlosigkeit, ziellose Hyperaktivität, kein Stillsitzen, andauernde Zappeligkeit, eventuell verstärkter Rededrang, Nägelknabbern, Bemalen von Hefträndern, Beknabbern von Bleistiften usw.

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Impulsivität, Erregbarkeit

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Frustationsschwelle sehr niedrig, starke Stimmungsschwankungen

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Empfindlichkeit gegenüber Kritik, rasches Weinen, Wutausbrüche, Aggressivität

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zunehmende Selbstwertzerstörung, fehlendes oder übersteigertes Einfühlungsvermögen, mangelndes Realitätsgefühl, Mutlosigkeit, Verleugnung von Schwierigkeiten

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Störungen im Sozialverhalten

Außenseiter, wenig Freunde, Streitsüchtigkeit, Schlagen und Raufen, "Klassenclown"


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